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#1 Liquidität, Liquidität, Liquidität

Ihre Liquidität ist Ihre Zahlungsfähigkeit. Ihre Zahlungsfähigkeit ist Ihr wichtigstes Instrument. Sind Sie nicht Zahlungsfähig sind Sie schlichtweg Insolvent. Wenn Sie nicht flüssig sind, können Sie keine Rechnungen, Gehälter, Miete, Darlehen usw. bezahlen. Ein alter BWL-Grundsatz besagt:
Liquidität vor Rentabilität!

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Die Definition von Liquidität lautet:

Unter Liquidität versteht man im Allgemeinen die Fähigkeit, Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Ein Unternehmen ist dann liquid, wenn es in der Lage ist, alle fälligen Verpflichtungen, wie Löhne der Mitarbeite, Mieten, Kredite und offene Rechnungen, zu begleichen. Wenn diese Fähigkeit nicht mehr gegeben ist, spricht man von einer Zahlungsunfähigkeit und es droht eine Insolvenz.

Eine scheinbar rentable Investition in z.B. ein Cerek-Gerät kann zum finanziellen Fiasko werden, wenn Sie nach der Bezahlung des Gerätes keine weiteren finanziellen Mittel mehr zur Verfügung haben um Ihre laufenden Verpflichtungen zu begleichen. Es gilt daher immer genau zu überlegen wie eine Anschaffung finanziert werden soll/kann, ob es sich lohnt (wie viele Cerek-Arbeiten müssen in der Woche fertiggestellt werden, damit die Anschaffung rentabel ist)? Kann ich mir das Gerät überhaupt leisten?

Und was wenn sich dann noch eine günstige Gelegenheit für eine Anschaffung auftut oder eine starke Umsatzeinbuse wegen Krankheit dazu kommt? Dann stehen möglicherweise keine weiteren finanziellen Mittel mehr zur Verfügung und Sie kommen sehr schnell in finanzielle Notstände.

Sprechen Sie hierzu auch mit Ihrem Steuer- und Praxisberater, gehen Sie aktiv auf diese zu.

#2 mangelnde Liquidität

Der häufigste Grund für Insolvenzen ist mangelnde Liquidität in Unternehmen- auch in Zahnarztpraxen. Oft kommt es plötzlich zu Liquiditätsengpässen, weil Patienten Ihre Rechnungen nicht rechtzeitig begleichen und Ausgaben für Investitionen und den laufenden Betrieb bezahlt werden müssen (z.B. die Fremdlaborrechnung). In vielen Fällen wird der Liquiditätsengpass von den Praxisinhabern/der Unternehmensleitung (ja, Sie sind Unternehmer!) “verdrängt”, machmal reicht es noch gerade so um über die Runden zu kommen, da man das Unternehmen noch “irgendwie Retten” will.

#3 konkrete Tipps zur gesunden Liquidität!

Vorauszahlungen:

  • nehmen Sie bei Zahnersatzleistungen eine Vorauszahlung in Höhe der Fremdlaborkosten. Das ist erlaubt und Sie sehen schon bevor es los geht, ob der Patient sich an Vereinbarungen hält.

Zahlungsziele

  • Vereinbaren Sie mit Lieferanten z.B. Dentallabor längere Zahlungsziele. Das sind im Prinzip kostenlose Kredite, die Ihre Liquidität erhöhen

Factoringfirma

  • Denken Sie über die Zusammenarbeit mit einer Factoringfirma nach. Diese verlangen zwar Gebühren, bieten aber auch zahlreiche Vorteile: sie können Bonitätsanfragen stellen und sehen ob der Patient überhaupt in der Lage ist die Rechnung zu begleichen, die meisten bieten einen Erstattungsservice an und Sie brauchen sich nicht mehr mit privaten Krankenkassen und Beihilfestellen heruplagen. Und der größte Vorteil: Sie haben – je nachdem was Sie vereinbaren – bereits am nächsten Tag ihr Geld. Und um das Mahnwesen braucht sich auch keiner mehr zu kümmern. Das erhöht die Liquidität maximal!

straffes Mahnwesen!

  • führen Sie ein straffes Mahnwesen (falls Sie keine Factoringfirma nutzen). Wir sehen in Praxen immer wieder das bis zu vier (!!!) Erinnerungs-/und Mahnschreiben versendet werden, dann wird der Patient noch mehrmals angerufen und erinnert und das alles passiert nicht im Wochen- sondern Monatsrythmus. Manchmal wird sogar nur alle paar Monate gemahnt. Das spricht sich auch bei den Patienten herum…

Kassieren Sie ab!

  • Kassieren Sie kleine Rechnungen (Mehrkostenfüllungen, PZR usw.) sofort ab. Bar oder mittels EC-Gerät. Beim Frisör müssen Sie auch gleich bezahlen, dort bekommen Sie auch keine Rechnung nach Hause gesendet. Warum sollte das beim Zahnarzt anders sein? Eine entprechende Arbeitsanweisung und Anleitung des Personals ist hier unumgänglich!

 

Viel Erfolg beim Umsetzen der Tipps! Fangen Sie noch heute damit an!

Fotos: stevepb

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